CDU für bildungspolitischen Konsens

Bürgerdialog mit dem bildungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Bad Krozingen

Bildungsdialog CDU: Wolfgang Mudrack, Albert ter Wolbeek, Helga Maier-Garlipp, Dr. Patrick Rapp MdL und Georg Wacker MdL
Bildungsdialog CDU: Wolfgang Mudrack, Albert ter Wolbeek, Helga Maier-Garlipp, Dr. Patrick Rapp MdL und Georg Wacker MdL
Bad Krozingen – Groß ist die Verunsicherung bei Eltern, Lehrern und den Schulträgern über die künftige Schulentwicklung. Auf Einladung des CDU Kreisverbandes Breisgau- Hochschwarzwald, des Arbeitskreises Bildung und der kommunalpolitischen Vereinigung referierte der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Georg Wacker MdL am Donnerstag in Bad Krozingen über die aktuelle Bildungspolitik nach dem Motto „Grün- Rote Bildungspolitik – Aufbruch ins Chaos…“. Die CDU spricht sich für einen bildungspolitischen Konsens aus.

Dass es einen großen Diskussions- und Informationsbedarf über die künftige Entwicklung der Schullandschaft gibt unterstrich auch die große Resonanz der mehr als 50 Teilnehmer. Neben Bürgerinnen und Bürgern, waren vor allem Bürgermeister und Schulleiter aus der Region nach Bad Krozingen angereist. Der Landtagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Dr. Patrick Rapp, wies auf die Bedeutung und Wichtigkeit eines funktionierenden Schulsystems hin. Mit der Veranstaltung, die von der stellvertretenden Schulleiterin des Kreisgymnasiums Bad Krozingen Helga Maier-Garlipp moderiert wurde, sollte Klarheit in die bildungspolitische Diskussion gebracht und Ansätze der CDU auf die aktuellen Bildungsfragen gegeben werden. Baden-Württemberg konnte bisher stolz auf seine Schullandschaft sein, so der bildungspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion Georg Wacker. Baden- Württemberg glänzte bislang durch beeindruckende Zahlen: 76 % der Schüler machen einen mittleren Bildungsabschluss und 48 % sogar das Abitur, weniger als 4 % der Schulabgänger haben keinen Abschluss. Selbst das Kultusministerium der grün-roten Regierung bestätigte noch im April 2012, dass „die erreichten Leistungen der Schüler Ausdruck eines leistungs- und funktionsfähigen Bildungs- und Bildungsunterstützungssystems in Baden-Württemberg sind.“ Dennoch führt die neue Regierung aus ideologischen Gründen die Gemeinschaftsschule ein und will dies mit Schlagworten wie „längeres gemeinsames Lernen“ oder „gleiche Bildungschancen unabhängig von der sozialen Herkunft“ belegen. Hierfür gebe es keinerlei wissenschaftlichen Beleg, so Wacker trotzdem sei dies eine gängige Meinung. Das Angebot der CDU an die Regierung über eine Fortentwicklung der Schullandschaft in Baden-Württemberg zu diskutieren wurde ausgeschlagen und dafür mit hohem Tempo das neue Schulgesetz beschlossen. Durch den Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung, verbunden mit der demografischen Entwicklung, wird die Haupt- /Werkrealschule zum Verlierer. Dennoch ist die Gemeinschaftsschule nicht die richtige Antwort auf diese Entwicklung. Die bisher ausgewählten 40 Schulstandorte für eine Gemeinschaftsschule ab Herbst dieses Jahres sind überwiegend der Existenzangst um den bisherigen Schulstandort geschuldet. Es gibt keinerlei Vorbereitung der Lehrer auf das neue Konzept, diese Schulen werden zu Lasten der anderen einseitig gefördert und die Gesamtkosten für das Land sind weiterhin nicht bezifferbar. Selbst der die Regierung beratende Schweizer Pädagoge und Schulgründer Peter Fratton ist der Auffassung, „dass die Gemeinschaftsschule, in der Kinder mit Gymnasial-, Realschul- und Haupt- /Werkrealschul-Empfehlung gemeinsam unterrichtet werden, eigentlich nicht geeignet sei für eine flächendeckende Einführung.“ Auf die Kommunen kommen hohe finanzielle Risiken zu, da nun die Schulentwicklung von unten nach oben erfolgt und eine regionale Steuerung bisher nicht erkennbar ist. Das propagierte Konzept der Lerngruppen, in der die Schüler selbst das Lerntempo und die Lernziele bestimmen und der bisherige Lehrer lediglich noch als „Lernbegleiter“ fungiert, wurde von den anwesenden Lehrern und Schulleitern sehr kritisch bewertet. Tief in die Bildungsthematik stieg während der Diskussionsrunde auch Albert ter Wolbeek, Rektor der Max-Planck-Realschule in Bad Krozingen und Mitglied der CDUKreistagsfraktion, mit seinen Erklärungen zur Idee der Gemeinschaftsschule (GMS) ein, die nach seinen Worten als gebundene, verpflichtende Ganztagsschule betrieben werde. Ein Nichtversetzen sei in der GMS unmöglich, da alle Schüler immer das nächste Klassenziel erreichen würden. Die Erwartungen an die GMS, wie zum Beispiel mehr Chancengleichheit, die Selbstbestimmung des Lerntempos durch die Schüler, etc. seien mehr als fraglich. Helga Maier-Garlipp ergänzte, dass die demographische Rendite bessere Bildung und kleinere Klassen ermöglichen sollte. Dieses Wahlversprechen sei aber von der Regierungskoalition bereits in Vergessenheit geraten. Sie ergänzte, dass durch den Niveauverlust der Bildungsabschlüsse der Weg hin zu einer schulischen Klassengesellschaft geöffnet werde, da finanzstarke Familien ihre Kinder auf Privatschulen schicken würden, um der Gemeinschaftsschule zu entgehen. Georg Wacker und weitere Diskussionsteilnehmer mahnten einen gesellschaftlichen Konsens an, denn die Einbindung der Öffentlichkeit würde auch die Eltern vor Ort besser informieren. Hinsichtlich des Schulniveaus und der Kostenfrage, sehen einige Bürgermeister der Region die Einführung der Gemeinschaftsschule als kommunalpolitischen Offenbarungseid an. Die Aufhebung der verbindlichen Grundschulempfehlung sei ein gravierender Fehler. Georg Wacker, verwies in seinem Schlusswort darauf, dass oft vergessen werde, dass das Kind im Mittelpunkt stehe und deshalb eine passgenaue Schulempfehlung auch unter Schaffung sonderpädagogischer Maßnahmen erforderlich sei. Deshalb habe die CDUFraktion im Landtag der Regierungskoalition einen entsprechenden Konsens angeboten, aber anscheinend sei man nicht konsensfähig oder gar konsenswillig. Für die große Mehrheit der anwesenden Besucher ist die Gemeinschaftsschule ein untauglicher Versuch, das differenzierte Bildungssystem zu ersetzen, dennoch beginnt die neue Regierung das Experiment mit unseren Kindern. Die CDU wird es kritisch begleiten, konsensfähig bleiben und die Öffentlichkeit auch weiterhin darüber qualitätsorientiert informieren.
 Wolfgang Mieske
 (Pressesprecher CDU-Stadtverband Bad Krozingen)

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